vierhundert
Jahre der Sklaverei unter der Osmanischen Herrschaft
beschränkten die Entwicklung des Hellenismus sowie
ihre geistliche und künstlerische Entwicklung.
Die
griechische Musik wurde erst im 19. Jahrhundert durch
die Opern-Komponisten Nikolaos Mantzaros (1795 - 1872),
Spyridion Xyndas (1812 - 1896) und Spyros Samaras (1861
- 1917) wiedergeboren. Seitdem brachte Griechenland viele
begabte Künstler hervor, von grossartigen Komponisten
bis fabelhaften Interpreten; die Musik wurde ein Ausdruck
und Aussage der Jahre der Sklaverei, eine Waffe des Widerstands
gegen die Diktatur und eine Möglichkeit, Liebe,
Tod und Angst auszudrücken, die das tägliche
Leben der Griechen begleitet.
Griechische
Volkslieder (dimotiko tragoudi)
Der Ursprung der griechischen Volkslieder stammt
aus der Zeit der antiken griechischen Dichtung
und Musik. Die alten Lieder beziehen sich auf
Menschen und können in zwei Musikarten geteilt werden:
die „akritische“ und die „klephtische“.
Der akritische Stil geht auf das 9. Jh. n. Chr.
zurück und drückt das Leben und die
Kämpfe der Grenzwächter, den „Akriten“,
im byzantinischen Reich aus. Der klephtische
Stil wurde zwischen dem Ende der byzantinischen
Periode und dem Beginn der griechischen Revolution,
die zur griechischen Unabhängigkeit im Jahre
1821 führte, geboren.
Diesen Stil brachten
die „Kleften“ hervor, die Helden,
die in die Berge gingen und ein revolutionäres
Gefecht gegen die osmanische Tyrannei führten.
Der kleftische Musikstil ist monophon (andere
Stimmen wiederholen den Rhythmus) ohne eine harmonische
Begleitung; er besteht aus Liebesliedern, Hochzeitsliedern,
Lieder des Exils, Lieder über Freiheit,
Tod und Kummer; er drückte einen wichtigen
und blutigen Teil der Geschichte und des Lebens
der Griechen aus. Musikinstrumente der griechischen Volkslieder
sind die Lyra und Laouto (die Laute), Tambouras
und der Dudelsack, Zoumas (eine Art Oboe), Daouli
(Trommel), Dachares (Tamburin) Sijia und die
Geigen. |
Populäre Lieder (Laiko Tragoudi)
Die populären Lieder drücken
das griechische Alltagsleben aus; sie können
in verschiedene Musikarten geteilt werden. |
Die Kantaden
Sie stammen ursprünglich aus Kefalonia,
begannen zu Beginn des 19. Jh. und wurden von
der italienischen Musik beeinflusst; es sind
romantische Lieder, die von drei Männern
im Chor gesungen und von einer Gitarre oder einer
Mandoline begleitet werden.
Dieser Musikstil
erweiterte sich auf alle ionischen Inseln und
auch auf den Rest Griechenlands. In Athen veränderten
sich die Kantaden etwas, da sie aus einer Gruppe
bestand, die von eine Geige, Klarinette und der
Laouto begleitet wurden. |
Die Nissiotika
Diese populären Lieder wurden
auf den Inseln geboren. Jede Insel hat ihr eigenes
Nissiotiko und ihre eigene Tanzweise. Geige, Lyra,
Klarinette und Gitarre begleiten hohe Frauenstimmen
oder die leise Stimme eines einzigen Mannes. Die Nissiotika findet man bei jedem Fest auf
einer Insel, auf dem eine grosse Gruppe Musiker
die ganze Nacht lang spielt. |
Das Rembetiko
Dieser besondere
Musikstil wurde in Haschisch-Regionen und in den
Tekiedes (Türkische Underground-Cafes)
in den Gebieten Piräus und der Stadt Thessaloniki
geboren. Die Rembetiki-Musik wurde von einigen
der zwei Millionen Flüchtlinge aus Kleinasien, nach
der Zerstörung Smyrna’s von den Türken,
erfunden.
Heimweh und Ablehnung der griechischen
Bevölkerung - diese Griechen, die nie in
Griechenland lebten und die alles verloren, sangen über
ihre Umgebung, über Hunger, Armut, Schmerz,
Gefängnis, polizeiliche Unterdrückung,
Drogenabhängigkeit, Verrat und Haschisch. Der Rembetiko ist die verbotene Musik der Ausgestossenen
- der griechische Stadt-Blues.
Langsam konnte
man den Rembetiko nicht nur in der Unterwelt,
sondern auch in den Nachtclubs in Athen hören, wo diese Musik sehr populär
wurde, auch, als sie von den Griechen verachtet
wurde, da dies die Musik der Ausgestossenen war.
Die stärkste Periode des Rembetiko war zur Zeit der deutschen Besatzung
sowie im Bürgerkrieg, durch die grosse Unterdrückung gab es ausreichend
Stoff für diese Lieder. Hauptsächliche Instrumente dieser Musik
sind der Bousouki (achtsaitiges Instrument mit
ovaler Form), Baglamas (wie ein Miniaturbousouki)
und die Gitarre, als Begleitung hatte man die
Ziyia und Defi (ein kleines Ledertambourin mit
kleinen Metallplatten, die es umrunden).
Einige
der grossartigsten und bekanntesten Spieler und
Sänger (mit Ausnahme der Frauen,
die nur sangen oder die Stimmen und die Instrumente
mit Ziyia, Defe oder Holzlöffeln begleiteten)
sind Vassilis Tsitsanis, Markos Vamvakaris, Marika
Ninou und Sotiria Bellou. In den 60er Jahren
wurde der Rembetilo wieder unpopulär; die jungen Leute bevorzugten
die neue Rockmusik aus dem Westen, und die Älteren
hörten wieder die Kantaden aus den 20’ern. |
Die
griechische Musik des späten 20.
Jahrhunderts
Moderne Künstler wie Dionyssis Savopoulos,
Georgios Dallaras, Nikos Papasoglou, Stavros
Xarhakos und Pavlos Sidiropoulos erneuerten den
Rembetiko und vermischten ihn mit Rockmusik,
sodass eine neue leidenschaftliche und interessante
Musikart entstand. Ihre Texte handelten um Frieden
und prangerten die Unterdrückung der Diktatur
Metaxas’ an (Savopoulos und Dallaras und
Sidiropoulos), und es handelte vom täglichen
Leben, den Schmerz, Kummer (Papasoglou) und Drogen
(Sidiropoulos). |
Einige weltberühmte Künstler:
< Manolis Kalomiris
(1883 -1962): er ist einer der bekanntesten
Komponisten und Vertreter der Griechischen
Nationalen Schule. Seine Inspiration war die
griechische Volkstradition und Werke von griechischen
Dichtern, wie Palamas, Mavilis, Sikelianos
und anderen. Er gründete das griechische
Konservatorium und das Nationale Konservatorium
Griechenlands.
Dimitris Mitropoulos (1896 - 1960): er
ist der wichtigste zeitgenössische griechische
Komponist, Maestro und Pianist und wird oft als
der neue Mahler bezeichnet.
Maria Kallas (1923 - 1977): sie
wurde in New York geboren; Kallas war die berühmteste
griechische Sopran der Oper. Sie ist besonders
für ihre einmaligen Bühnenauftritte
und auch durch ihre stürmische Beziehung
zu Aristotelis Onasis bekannt geworden.
Jannis Xenakis (1922 - 2001): da
er von den Deutschen aufgrund der Teilnahme am
Widerstand zum Tode verurteilt wurde, war Xenakis
gezwungen, Griechenland zu verlassen und ging
nach Paris. Durch seine originelle seiner Musik
wurde er ein Komponist mit internationaler Anerkennung. Seine
Werke bestanden aus akustischen, elektroakustischen
und multimedia-Kreationen. Er war ein Pionier
für die Entwicklung der „digital-synthesis“.
Mikis Theodorakis (geb. 1925): er
ist der bekannteste griechische Komponist, dessen
Lieder gegen die deutsche Besatzung waren, und
er war ein aktives Mitglied der grössten
Widerstandsorganisation (EAM). Auch am Bürgerkrieg
beteiligte er sich aktiv.1954 ging er nach Paris
und schrieb Musik für das Ballett sowie
Musikfilme. Da seine Musik von Freiheit und Gleichberechtigung
handelten, wurde er zum internationalen Symbol
Griechenlands.
Manos Hadzidakis (1925 - 1994): er
ist einer der bedeutendsten griechischen Komponisten.
Er schrieb Musik für viele antike Tragödien
sowie auch modernes Répertoire für
Volkslieder (er entwickelte eine Neuauflage der
Volkslieder), Theater, Ballet und Kino.
Weitere grosse Künstler der zeitgenössischen
griechischen Musik sind: Alkistis Protopsaltis,
Sokratis Mallamas, Eleni Tsaligopoulou, Thanos
Mikroutsikos, Nikolas Assimos, Melina Kana, Eleftheria
Arvanitaki und viele andere. |
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