| |
An der Stelle, an der sich heute
Heraklion befindet, stand einst
eine Siedlung aus der neolithischen
Zeit. Diese Siedlung war ein Hafen
der grossen Stadt Knossos in der
minoischen und zu römischen
Zeiten. Im Jahre 824 n. Chr. nahmen
die Sarakener die Siedlung ein und
nannten sie El Khandak (= Burggraben),
aufgrund der starken Mauern, die
sie errichteten, um die Stadt zu
schützen, die von einem tiefen
Graben umgeben wurden.
Das byzantinische Reich übernahm
die Stadt im Jahre 961 n. Chr. Nach
dem Jahre 1204, als die Krusaden
Konstantinopel besetzten, gaben
sie Kreta an Bonifatius (Apostel)
von Monferrat, der sie an Venedig
verkaufte;
Die venezianische Herrschaft begann
(1204 – 1699), in der die Stadt
in Candia umgenannt wurde und ihre
Blütezeit hatte, sie wurde
ein Zentrum der Kunst und des Lernens
(viele Künstler und Schüler
kamen nach dem Fall von Konstantinopel
im Jahre 1453 hierher). Im Jahre
1462 befestigten die Venezianer
die Stadt, indem sie eine grosse,
dreieckige Mauer erbauten, die eine
Länge von 4 km hatte sowie
7 Bastionen. In der venezianischen
Zeit wurden ebenfalls der Hafen
sowie viele Architekturwunder, wie
hervorragende Gebäude, Fontänen,
Plätze und Kirchen errichtet.
Für die Stadt war es eine Zeit
des Wohlstands, und die Kunst und
Literatur lebten auf.
Nach 21 Jahren der Belagerung (eine
der längsten Belagerungen in
der Geschichte) wurde die Stadt
im Jahre 1669 an die Türken
übergeben. Sie veränderten
den Namen von Candia in Megalo Kastro
(Grosse Festung), und ihre zerstörte
Befestigung wurde instandgesetzt.
Doch die kretische Bevölkerung
wollte sich nicht mit der türkischen
Besatzung abfinden und organisierten
immer wieder revolutionäre
Bewegungen gegen ihre Unterdrücker;
diese unternahmen daraufhin viele
Vergeltungsmassnahmen gegen Kreta,
oftmals fanden sehr grosse Massaker
statt (wie in den Jahren 1828 und
1898); in der Stadt gab es die Sklaverei,
und der Wohlstand verschwand.
Im Jahre 1913 wurde Heraklion, zusammen
mit ganz Kreta, mit dem neuen und
freien griechischen Staat vereint.
Danach begann die Stadt zu wachsen.
Im 2. Weltkrieg besetzten die Deutschen
die Insel, und die Kreter nahmen
an vielen Widerstandsbewegungen
gegen den Faschismus teil. Nach
der Schlacht von Kreta zerbombten
die Deutschen die Stadt und hinterliessen
grosse Schäden. Nach dem Krieg
wurde die Stadt wiederaufgebaut
und entwickelte sich in den letzten
Dekaden sehr gut.
|
|
Die Stadt hat eine spektakuläre
Entwicklung vorzuweisen, doch hat
sie auch in den letzten Dekaden, nach
dem 2. Weltkrieg und der Zerstörung
durch die deutschen Streitkräfte,
viel durchgemacht; Heraklion hat die
Probleme einer schnell erbauten Stadt,
wie die Anarchie (Unordnung) der Bauten,
die Verkehrslage, das Parkplatzproblem,
die unpersönliche Atmosphäre
usw.; all das macht Heraklion zu einer
lebhaften und nicht ganz so schönen
Stadt, die ganz anders als die wunderbaren
Städte Chania, Rethymnon und
Agios Nikolaos ist.
Aber trotz alledem, einige hübsche
Ecken und Gebäude sind gut erhalten
und machen einen angenehmen Eindruck,
und geben somit der Stadt die Erinnerungen
an die reiche Vergangenheit zurück.
|
|
| :: |
Hier einige Schönheiten in Heraklion-Stadt: |
| Der
Alte Hafen: er befindet
sich links vom modernen Hafen
und war während der venezianischen
Periode ein bedeutendes wirtschaftliches,
Handels- und Militärzentrum.
Er ist gut erhalten und lädt
zu entspannenden Abendspaziergängen
ein. |
Die
Venezianischen Mauern:
diese Mauern sind eine der bedeutendsten
venezianischen Befestigungen
in Griechenland. Sieben Wälle
(Bollwerk / Grenzwall) sowie
zwei der vier Tore sind noch
erhalten.
Das erste und älteste Tor
wird Pantokratoras-Tor genannt,
da es aussen eine geschnitzte
Büste des Gottes Pantokratoras
hat, und ein Medaillon mit der
gleichen Büste im Inneren
mit der Inschrift OMNIPOTENTS
(Pantokratoras auf lateinisch);
das andere Tor ist das Chania-Tor,
da von diesem Tor aus die Kommunikation
mit dem westlichen Kreta stattfand;
aussen ist der beflügelte
Loewe des Heiligen Markos in
einem Relief in Marmor geschnitzt.
Das Neue Tor befindet sich an
der Südseite, und im Inneren
besitzt es als Verzierung den
Namen des Gouverneurs Mocenigo
sowie das Datum der Erbauung
(1587). In der Nähe des
Tores wurde der Platz zu einem
modernen Open-Air-Theater umgewandelt.
Im Inneren der Mauern, am Südende,
ist der Grenzwall von Martinengo.
An einem kleinen Hügel
liegt das Grab des bekannten
kretischen Schreibers Nikos
Kazantzakis mit einer Gedenktafel,
an der seine berühmten
Worte: „Ich hoffe nichts, Ich
fürchte nichts, Ich bin
frei.“ geschrieben stehen.
|
Die
Venezianische Festung von Heraklion
oder Koules: diese
Festung wurde am Eingang des
alten venezianischen Hafens
als Schutz vor Piratenüberfällen
erbaut. Es ist für die
Öffentlichkeit zugänglich,
und hat ein wunderschönes
Aussentheater.
Mehr Informationen unter:
culture.gr |
| Die
Loggia: dieses rechteckige,
zweigeschossige Gebäude
ist das eleganteste der venezianischen
Gebäude in Heraklion-Stadt.
Es wurde zwischen 1626 und 1628
von General Francesco Morosini
erbaut und als ein Treff- und
Erholungsort für die Adligen
genutzt. Das Gebäude, das
die Besucher heute bewundern
können, ist eine Restauration
des alten Gebäudes, welches
zerstört war. Heute befindet
sich das Rathaus darin. |
Der
Morosini – Brunnen:
dieser wunderschöne Brunnen
befindet sich in der Mitte des
Venizelos-Platzes und wurde
während der venezianischen
Zeit von General Morosini erbaut.
Der Platz ist eine Miniatur
des St. Markus-Platzes in Venedig
und war das Zentrum der venezianischen
Stadt Candia. Das Wasser des
Brunnens kommt von einem Aquädukt
(Wasserleitung).
Dieser hervorragende Brunnen
hat ein zentrales Wasserbecken,
welches auf den Rücken
von vier Löwen steht; das
Wasser fliesst in 8 Becken,
die miteinander verbunden sind
und eine grosse Fontäne
ergeben, sie sind mit geschnitzten
Reliefs verziert, die Szenen
aus der griechischen Mythologie
darstellen. |
| Der
Bembo – Brunnen: dieser
Brunnen steht auf dem Kornaros-Platz
und ist der älteste Brunnen
Kretas. Er erhielt seinen Namen
nach den Venezianern, die ihn
erbauten und ihn mit Reliefs
der venezianischen Wappen und
römischen Statuen verschönerten.
Darstellungen und Säulen
verzieren sein Äusseres.
|
Die
Stadtverwaltung: die
Kasernen des Heiligen Georgios
befanden sich einst hier in
diesem Gebäude, welches
von den Venezianern im 16. Jh.
erbaut wurde. Sie wurden von
den Türken zerstört
und auch wiederaufgebaut. Das
alte venezianische Tor besteht
noch.
Mehr Informationen über
dieses Gebäude unter:
culture.gr |
| Die
Vikelas – Bibliothek: diese
Bibliothek wurde 1910 gegründet,
und ihre ersten Bücher
waren eine Spende von Demetrios
Vikelas. Heute beherbergt diese
wunderschöne Bibliothek
etwa 80000 Bücher. |
| Der
Stadtmarkt: dieser
malerische Markt ist ein geschäftiger
Ort, an dem man alle kretischen
Waren, wie wunderbare Nüsse,
köstliche Früchte,
wunderbar riechende Kräuter,
Gewürze, schmackhaften
Käse, einheimisches Fleisch
und noch viel mehr erstehen
kann. |
|
|
|
|
|
|
|